75 Jahre Sonderverein der Augsburger Hühner


Über die Entstehung der einzigen in Bayern erzüchteten Hühnerrasse wurde schon des öfteren in der Presse berichtet. Einschlägigen Unterlagen zufolge wurde in Mühlhausen an der Ruhr im Jahr 1923 eine Vereinigung der Züchter der Augsburger Hühner ins Leben gerufen. Sie machte es sich zur Pflicht, altes bodenständiges Kulturgut in dieser Rasse zu pflegen. Doch diese Vereinigung hatte nur kurzen Bestand und ist schon bald wieder eingeschlafen. Aber es beweist das Augsburger Hühner auch im Rheinland Liebhaber hatten.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden die einzelnen Hühnerrassen einer Leistungsprüfung unterzogen, so auch die Augsburger Hühner, die dann durch die Spalterbigkeit des Kronenkamms als Rasse keine Anerkennung fanden. Was ein Austellen auf den Geflügelschauen verbot.

Doch im Verein für Geflügelzucht in Augsburg hatten die Augsburger Hühner einen festen Züchterkreis, der sich damit nicht abfinden wollte. Sie bildeten 1936 eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Augsburger Hühner. Aus dieser dann 1938 der Sonderverein der Augsburger Hühner hervorging. 17 Mitglieder wählten Karl Mayer zum 1. Vorsitzenden. Karl Mayer, der sehr große Verdienste um die Zucht der Augsburger hatte, (er zog alljährlich mehr als 250 Jungtiere auf) gab dieses Amt schon 1941 aus gesundheitlichen Gründen ab. Zum neuen Vorsitzenden des SV wurde Hans Suttner gewählt. Der zweite Weltkrieg hinterlies auch beim SV seine Spuren. Die stolze Reichsstadt Augsburg wurde 1945 durch die Allierten in Schutt und Asche gelegt. Somit verschwand auch manche Augsburger Zucht. Der SV zählte 1945 nur noch 3 Mitglieder. Erst 1953 wurde wieder eine Versammlung mit Neuwahlen durchgeführt. 1. Vorsitzender Hans Suttner, 2. Vorsitzender Otto Knöpfle, Schriftführer Hugo Nägele und Kassierer Paul Reimann, alles Augsburger. Der Verein zählte wieder 10 Mitglieder. Unter der Führung von hans Suttner wurden wieder Ausstellungen beschickt und auch Bruteier und Zuchttiere an Interessenten weitergegeben. Zum Ableben von Hans Suttner 1961 zählte der SV 23 Mitglieder. Otto Knöpfle, langjähriger 2. Vorsitzender, übernahm den Vorsitz. Er konnte jedoch an die erfolgreichen Jahre seines Vorgängers nicht anknöpfen. Gegen die Leistung der Hybridhühner und der Masthähnchen konnten die Augsburger Hühner nicht mithalten, da sie auch immer noch mit dem Manko der Spalterbigkeit im Kronenkamm behaftet waren. Im Dezember 1972 verstarb Otto Knöpfle. Der SV zählte nur noch 9 Mitglieder. In den folgenden Jahren vertrat Alfred Miltner den SV als Geschäftsführer. Nur von Ihm und Ludwig Schuster wurden noch vereinzelt Augsburger Hühner auf den Schauen gezeigt. Auf Betreiben von Ludwig Schuster konnten dann 1981 die verbleibenden SV Mitglieder zu einer Mitgliederversammlung geladen werden. bei der Zusammenkunft in Ziemetshausen wurde auch die neue Vorsatndschaft gewählt. 1. Vorsitzender Ludwig Schuster, 2. Vorsitzender Alfred Miltner, Schriftführer Franz Bainder, Kassierer Anton Schneider und Zuchtwart Gottlieb Deuschle.

In der Zwischenzeit konnte Anton Schneider die Arbeit von Otto Knöpfle fortführen und die von ihm begonnene Verzwergung der Augsburger vollenden. Die Zwerg Augsburger wurden 1975 vom Bundeszuchtausschuss anerkannt. Es wurden wieder alljährlich Sonderschauenmit ständig wachsenden Tierzahlen durchgeführt. Zur Jahreshauptversammlung 1990 stellte sich Ludwig Schuster nicht mehr zur Wahl. Die Neuwahlen ergaben folgende Vorstandschaft: 1. Vorsitzender Anton Schneider, 2. Vorsitzender Paul Mösch, Schriftführer Rainer Thum, Kassierer Anton Höger und Zuchtwart Ludwig Rebber. Mittlerweile zählte der SV 28 Mitglieder und Gönner.

Nach Anerkennung der Zwerg Augsburger 1975 wurde auch der SV Name geändert. er lautet jetzt: "Sonderverein des Augsburger Huhnes und der Zwerg - Augsburger".

Schon kurz nach der Anerkennung der Zwerg Augsburger machte sich Anton Schneider daran und züchtete mit zu Hilfenahme von Sizilianischen Kronenkämmen die Zwerg Augsburger um, sie gibt es nur im reinerbigen Kronenkamm.

Nach der Wiedervereinigung der BRD wurde der blaue Farbenschlag in den Standard übernommen. Auch durch starke Bemühungen waren keine blaugesäumten Tiere zu bekommen. Wir wollten diesen Farbenschlag erhalten. Einfachkämmigen Augsburgern, Andalusiern und Sizilianischen Kronenkämmen ist es zu verdanken das es jetzt Augsburger Zuchten gibt, im blaugesäumten und schwarzen Farbenschlag die nach über 130 Jahren im Kamm reinerbig sind.

 

 

Verfasst vom 1. Vorsitzenden AntonSchneider im Jahr 2013.